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#46 - So wirst du zum Business Minimalist

Minimalismus im Business? Klingt erst einmal paradox. Und kann gerade deswegen eine Denkhaltung sein, mit der du signifikante Fortschritt erzielst.

Minimalismus

In 5 Schritten zum Business Minimalist

Hier geht's direkt zum Video:

Mehr, mehr, mehr ist alles was ich mache. Mehr, mehr, mehr ist alles was ich kann. (Stell dir einfach vor, du würdest das im Kinderlied-Rhythmus singen, dann macht das auch Sinn.)

Insbesondere in unserer Business-Welt ist “Mehr” die Antwort auf nahezu alles. Heute möchte ich den Spieß einmal umdrehen und über “Weniger” sprechen. Besser gesagt: Wir schauen uns an, wie du 80% deines Unternehmens, deiner Ideen, deiner Pläne usw. usf. radikal zerstören kannst.

Aber WARUM um alles in der Welt solltest du das machen?

Lass uns das eine Nummer größer betrachten. Dafür müssen wir uns im ersten Schritt erst einmal ansehen, warum “mehr” überhaupt unsere Default Mode ist.

Immer dann, wenn wir im “Konsumenten-Mindset” durchs Leben gehen ist uns absolut bewusst, dass Vergleiche immer und überall stattfinden. Das Shirt, welches du auf Instagram gesehen hast, das Auto, welches du beim Nachbarn gesehen hast - egal was es ist - löst etwas in dir aus.

Manchmal Freude. Manchmal aber auch Neid, Angst, Panik und Missgunst.

Das exakt gleiche passiert, wenn wir auf Business-Metriken achten.

Mitarbeiteranzahl.

Umsatz.

Gewinn.

Bürogröße.

Fuhrpark.

Oder welche Messgrößen auch immer du dir ausdenken möchtest.

Konsumenten kaufen vermeintliche Statussymbole die sie gar nicht benötigen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.

Unternehmer bauen ein Unternehmen was ihnen selbst gar nicht gefällt, um andere Leute zu beeindrucken, statt ein Unternehmen, welches ihr Leben schöner macht.

Ab dem Zeitpunkt, wo du im Unternehmen Wachstum des Wachstums wegen forcierst, spielst du das Status-Spiel.

Und weil du eben nicht in einer Höhle lebst und ständig irgendwelchen Umweltfaktoren ausgesetzt bist, hast auch du vermutlich “Fett” in deinem Business angesammelt, dass du so nicht benötigst.

“Aber Manuel, das kann doch nicht sinnvoll sein. Ich kann doch nicht einfach den Großteil eliminieren.”

Es kommt schlichtweg auf dein Ziel an. Wenn du ein authentisches Business bauen möchtest und dir das Status-Spiel vollkommen egal ist, kannst du das machen. Mehr noch: Du wirst es lieben. Du wirst mehr gewinnen, wenn du etwas wegnimmst, anstatt etwas hinzuzufügen.

Da gibt’s auch ein schönes Zitat von Antoine de Saint-Exupéry, welches häufig im Kontext von Minimalismus verwendet wird. “Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“

Und da sind wir auch schon beim Kern: BUSINESS MINIMALISMUS.

Wie wenig kannst du machen, um deinen Lebensstil zu finanzieren?

Was ist die maximale Anzahl an Kunden die du betreuen wirst?

Was ist die höchste Anzahl an Angebote die du führen wirst?

Was ist die geringste Anzahl an Features, die jedes Angebot hat?

Was ist die geringste Anzahl an Tools, Systemen und Co. die du benötigst, um den Apparat am laufen zu halten?

Was ist die kleinstmögliche Zahl an Social Media Marketing, das du machen kannst?

Ich habe den Begriff des Business-Minimalismus für mich definiert, weil ich meine unternehmerische Reise der letzten 12 Monate so akkurat wie möglich beschreiben wollte.

Abkürzen lässt sich diese Reise mit einer Frage, die ich auch dir stellen möchte:

Wie würde dein Business aussehen, wenn NIEMAND auf dieser Welt zusehen würde?

In 9 von 10 Fällen lautet die ehrliche Antwort: Anders.

Deswegen gibt’s hier die Anleitung zum Business Minimalismus in 5 Schritten:

Beginnen wir mit deinen ZIELEN.

Welche Punkte auf deiner Ziele-Liste oder deinem Vision Board machen dein Leben wirklich besser? Bzw. welche der Punkte ermöglichen es dir, ein besseres Leben zu führen?

Wenn du dir nur zu 99% sicher bist, dass es dir helfen wird - weg damit. Du willst nur jene Ziele verfolgen, die dein Leben zu 100% unterstützen.

Im nächsten Schritt kümmerst du dich um dein ANGEBOT.

Welche Angebote in deinem Portfolio sind Ladenhüter? Welche machst du nur, weil du denkst du müsstest? Welche nerven dich sogar abgrundtief? Schmeiß alles raus - außer jene 20%, die den größten Impact haben. Schaffst du es, alles bis auf eine einzige Sache zu eliminieren?

Nun setzt du dich mit den FEATURES deines Angebots auseinander.

“Brauche ich wirklich 3 Termine pro Woche, on top Calls und Features, um den größten Impact bei meinen Klienten zu erzeugen?” Diese Frage hat sich mir im letzten Jahr immer wieder gestellt. Die Antwort war ganz klar nein. An der Stelle habe ich alle Features in meinem Angebot so weit herunter abgespeckt, dass auch hier nur noch die Essenz übrig blieb.

Hier werden dann zwangsläufig deine KUNDEN drankommen.

Deine neue, schlanke Version passt nicht mehr zu jedem - dafür passt du nun vielleicht zu anderen Personen. Literally so, als würdest du im echten Leben 25 Kilo verlieren: Manche Menschen bleiben, manche gehen und wieder andere kommen neu dazu.

Als letztes kümmerst du dich um die KOMMUNIKATION.

Du brauchst nicht 3 Kommunikationswege, um relevant zu bleiben. Wähle einen einzigen Kanal, wo du mit deinen Kunden im Kontakt bist und wo man dich erreichen kann. Den Rest eliminierst du ebenfalls.

Klingt erstmal nach viel - und ist auch viel. Aber allen voran ist das kein Rückschritt.

Es ist ungefähr so, wie wenn die Natur im Winter ein paar Blätter gehen lässt.

Oder, wenn man im Frühjahr Sträucher zurückschneidet, damit sie wieder austreiben.

Oder wenn ein Löwenrudel auf das schwächste Knu der Herde herfällt.

Oder wenn ein Hai kranke Meerestiere eliminiert.

Immer dann wird im ersten Schritt reduziert, um später wieder stärker hervorzugehen.

Wichtig dabei: Ein Ökosystem macht das nicht zwingend, um zu wachsen. Vielmehr geht es darum resilienter zu werden. Stärker zu werden. Antifragiler zu werden. BESSER zu werden - ohne größer zu werden.

Und das ist auch dein Ziel mit dem Business Minimalismus.

Ein schlankes Setup.

Reduziert auf den Kern.

Dennoch (oder gerade deswegen) profitabel.

Ganz so, wie es dir gefällt.

Also ganz ehrlich jetzt: Wie viel kannst du wirklich eliminieren, um deinen unternehmerischen Kern zu leben?

Bei mir waren es:

  • 1 GmbH
  • 4 Angebote
  • 7 Features im bestehenden Angebot
  • Alle Kommunikationskanäle außer Whatsapp

Und jetzt bist du dran.

Wir lesen uns nächste Woche wieder!

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