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So triffst du immer die richtige Entscheidung

Entscheidungen treffen als Unternehmer: Warum „Mehr Recherche“ oft die falsche Strategie ist

Täglich treffen wir zwischen 20.000 und 35.000 Entscheidungen. Die meisten davon laufen unbewusst ab – wie wir das Glas greifen oder welche Worte wir wählen. Doch als Selbstständiger bleiben am Ende des Tages meist ein bis zwei Entscheidungen übrig, die uns nachts wachhalten:

  • Soll ich jetzt die GmbH gründen oder beim Einzelunternehmen bleiben?
  • Investiere ich das Budget in diese Marketingkampagne oder jene?
  • Stelle ich diesen Mitarbeiter ein – oder ist das Risiko zu groß?

Das Problem ist nicht die Entscheidung an sich, sondern die Art und Weise, wie wir versuchen, richtige Entscheidungen zu treffen. Wir suchen nach der 100%-Sicherheit, die es in der Unternehmerschaft schlichtweg nicht gibt.

Stehst du gerade vor einer weitreichenden Entscheidung und drehst dich im Kreis? Bevor du weitere Stunden in Recherche investierst, die dich nicht weiterbringt, Versuche deine Situation einmal ganz neutral von außen zu betrachten. Vielleicht kann ich dir im Rahmen von The Morning Session auch dabei behilflich sein (hier klicken).

Was ist eigentlich eine „Entscheidung“?

Wenn eine Situation eindeutig ist (0 oder 1), ist das keine Entscheidung, sondern eine logische Konsequenz. Wenn jemand stürzt, hilfst du. Da gibt es keinen inneren Diskurs.

Eine echte Entscheidung beginnt erst dort, wo mehrere Optionen annähernd gleich plausibel erscheinen (z. B. 60% für Variante A, 40% für Variante B). Wenn du versuchst, eine solche 60/40-Situation durch endlose Recherche zu einer 100/0-Sicherheit zu machen, verschwendest du Energie. Fakten lassen sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr umdrehen.

Schnellere Entscheidungen treffen mit dem „Bezos-Framework“

Jeff Bezos (Amazon) nutzt ein einfaches Konzept, um die Geschwindigkeit im Unternehmen hochzuhalten. Er unterscheidet zwischen zwei Arten von Türen:

1. One-Way-Door Decisions (Irreversibel)

Das sind Entscheidungen, bei denen es kein Zurück gibt oder die Rückkehr extrem teuer wäre.

  • Beispiele: Verkauf deines Unternehmens, ein völlig neues Geschäftsmodell, das Betreten eines neuen Marktes.
  • Strategie: Hier ist Zeit dein Freund. Diese Entscheidungen dürfen und sollten gründlich durchdacht werden.

2. Two-Way-Door Decisions (Reversibel)

Die meisten Entscheidungen im Alltag eines Solopreneurs sind „Zwei-Wege-Türen“. Wenn du durchgehst und merkst, es funktioniert nicht, drehst du einfach um.

  • Beispiele: Ein neues Tool testen, Preise leicht anpassen, ein Feature auf der Landingpage ändern.
  • Strategie: Hier musst du schnellere Entscheidungen treffen. Der größte Fehler ist es, eine „Two-Way-Door“ wie eine „One-Way-Door“ zu behandeln.
Die Rolle des Bauchgefühls für Unternehmer

Oft haben wir sofort eine Tendenz. Dann schaltet sich der Verstand ein und liefert Gegenargumente. Genau dieser Kampf zwischen Bauch und Verstand sorgt für die quälend langen Denkprozesse.

Ich plädiere nicht für Naivität, aber als erfahrener Dienstleister ist dein Bauchgefühl oft nur die Summe deiner bisherigen Erfahrungen. Beobachte, warum dein Verstand gegen dein Bauchgefühl antritt. Oft ist es nur die Angst vor dem Unbekannten, nicht ein echter logischer Fehler.

Entscheidungsstärke ist ein Muskel

Um als Unternehmer voranzukommen, musst du lernen, mit Unvollkommenheit zu leben. Zusammengefasst hilft dir diese Checkliste:

  1. Akzeptanz: Eine Entscheidung beginnt dort, wo es keine eindeutige „richtige“ Lösung gibt.
  2. Klassifizierung: Ist das eine Einbahnstraße (One-Way) oder kann ich im Zweifel umdrehen (Two-Way)?
  3. Intuition: Was sagt der Bauch, bevor der Verstand die Argumente zerpflückt?

Wenn du aufhörst, die perfekte Entscheidung zu suchen, wirst du automatisch bessere Entscheidungen treffen – weil du schneller handelst und schneller lernst.

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